Es ist wahr, dort am Kreuze trug Er unsre Schuld!

Wunder der Gnade Jesu, grösser als all meine Sünd, wie
soll mein Mund sie beschreiben, preisen was in Ihm ich
find? Sie nimmt hinweg meine Bürde, Freiheit mein Geist
gewinnt, drum die wunderbare Gnade in Jesus ich verkünd.

Unvergleichlich wunderbare Gnade, tiefer als das Meer
das wogt mit Macht, Berge überglühend, wie ein Brunnquell
sprühend, Gnad die überschwenglich mich bedacht, die all
meine Übertretung deckte, grösser ist als alle meine Schuld!
O verherrlicht diesen teuren Namen Jesus! Preiset Ihn!

Wer bin ich?

Einstellarbeiten an einer Maschinensteuerung

Inzwischen 12 Jahre älter

Grace abounding on the chief of sinners
Kurzbiografie von c.h. sunier
geb. 1954

Im vierten Lebensjahr ertappte ich mich bei einer Notlüge. Das noch junge Gewissen in meinem Innern strafte mich bereits.

Durch meine Nana (so nennen wir im Bündnerland die Grossmutter) schmeckte ich etwas von den "Kräften des zukünftigen Aeons". Aus ihrem Leibe gingen "Ströme lebendigen Wassers" hervor und ihr Glaubenszeugnis gewann mich frühe für Christus Jesus.

Zwischen zwölf bis fünfzehn versuchte ich wiederholt, mich "zu bekehren". Der amerikanische Heilungs-Evangelist William Branham übte durch seine Schriften einen starken Einfluss auf mich aus. Aber ich blieb stets der Alte und war nach jedem Versuch schwer enttäuscht. Viele Tränen flossen im Geheimen - die Mutter merkte nichts davon. Am Liebsten hätte ich meinem Leben ein Ende gesetzt!

Als meine Nana starb, wurde es düster im Gemüt. Zwei Jahre später folgte ihr die Mutter. Morbus Hodgkin! Inzwischen war ich achtzehn und trank wie Hemingway. Aber immer verblieb eine unterschwellige Angst, dass - wenn Jesus jetzt käme - ich ganz und gar nicht bereit, sondern verloren wäre.

An einem sehr dunklen Ort, wo ich es nie erwartet hätte, fand mich der Herr Jesus. Ich war inzwischen 21 Jahre alt. Nach monatelangem und "schwerem Busskampf" drang ich ins unaussprechliche Gnadenlicht der Liebe Gottes durch. Das teure Blut Jesu reinigte mich von aller meiner Sünde.

In Baden (Kt. Aargau) fand ich 1977 Anschluss an eine christliche Gemeinschaft, die von einem deutschen Elektroingenieur namens Rudolf v. Kelaita geleitet wurde. Dieser Mann tat mir viel Gutes. Leider verstanden wir uns nicht immer, das ist betrüblich; ungeachtet dessen habe ich ihn als Bruder in Christo geliebt.

Während zweier Jahren war ich fast jeden Tag in der "Katakombe" - einer Teestube, um als freier Mitarbeiter am Evangelium zu dienen. Wir trafen uns dort, um gemeinsam zu beten und zu singen und das Wort Gottes zu verkündigen. Es war eine segensreiche Zeit. An den Sonntagen gingen wir in die Baptistengemeinde in Wettingen, wo ich mich taufen lassen hatte.

Im Frühsommer 1979 bahnte sich eine Entwicklung an, die mein Leben total aus den Fugen reissen sollte. Ich lernte Heidy kennen und wir heirateten übereilt. Ach ich Tor, hätte ich doch nur gewartet und dem Wirken des Heiligen Geistes nicht widerstanden (auch wenn es nicht aus Vorsatz, sondern allein aus Torheit geschah). Später wurde die Ehe geschieden.

Bereits in den "Flitterwochen" merkte ich, dass etwas nicht mehr im Lot ware. Der Geist der Gnade begann, mich zu verlassen. So wie Er den Simson verliess. Eines Tages konnte ich nicht länger von Meinem Erlöser zeugen. Etwa drei Monate später wurde mir von unsichtbarer Hand gewissermassen die Seele aus dem Leib gezogen. Fortan ging ich für ein Jahr wie ein Schatten durch die Welt. Das Wort Gottes, das mir einst Trost und Kraft gewesen war, redete nicht mehr zu mir.

Mit Nietzsche konnte ich nun rufen: "Wer das verlor, was ich verlor, macht nirgends halt, find nirgends Ruh!" Ich war ein Verzweifelter und Unseliger geworden. Niemand vermochte mir zu helfen, keiner mich zu trösten. Der Geist Jesu war aus mir gewichen. O furchtbare Ewigkeit! Wo sollte ich nur hingehen, wo mich bergen vor dem zukünftigen Zorn? Unaussprechliche Pein der Seele und tiefste Verzweiflung des Geistes wurden mein tägliches Los.

Während zwanzig langen Jahren lebte ich das Leben eines Entwurzelten. Ja, furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Trotzdem hielt mich eine tief im Innern glimmemnde Hoffnung, der HERR möge mein erbärmliches Schicksal eines Tages wenden und sich meiner erneut erbarmen,  am Leben.

Die Rettung kam am Ostermontag im Jahre 2000. Während Wochen schon plagten mich zunehmende Todesängste und das Herz schlug schwer und viel  zu schnell. Am besagten Tage führte mich der lebendige GOTT aus dem Tode heraus und stellte mich auf festen Grund. Es wurde mir zur inneren Gewissheit, dass auch diese grosse Sünde des Ungehorsams im Blute des Lammes gesühnt war. Aus lauter Dankbarkeit musste ich eine Woche lang weinen. Lobet den Herrn, der uns unermesslich liebt!

Seither lebe ich wieder - in Christo Jesu. Nun gilt es zu wachsen, vom Kindlein zum Jüngling zu reifen, wie es die Evangelisten Jakob Vetter und Fritz Binde in ihren Schriften so klar beschreiben. Nicht mehr soll die Sünde über uns herrschen. Sieger und Überwinder müssen wir werden. Zur Ehre Gottes und Christi allein.

Seit meiner Wiedereinpflanzung in den heiligen Oelbaum sind bereits fünfzehn Jahre vergangen. Von Chur sind wir in den oberen Thurgau gezogen. Die jüngste Tocher ist längst ausgeflogen und befindet sich inmitten eines Bachelor-Studienganges. Die älteste Tochter hat die Berufsmatur nachgeholt und ebenfalls mit einem FH-Studium begonnen. Lediglich die mittlere bereitet uns Kummer. Und dann ist da noch Angie, auch ein Sorgenkind.

Meine (zweite) Frau hatte es nicht immer gut. Über Jahre hinweg litt sie an Epillepsie. Es kam desöfteren zu schweren Stürzen. Auch ich selbst hatte an diversen Gebresten zu leiden. Gichtanfälle und chronische Schmerzen in der Brust (Chostochondritis) machten mir arg zu schaffen. Ungeachtet dieser Widerwärtigkeiten sind wir bei Jesus. Wir können nicht von Ihm lassen, das ist gewiss, Hallelujah!

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